
Er übernahm kurz entschlossen den von Anita Ströhle auf Vordermann gebrachten Kirchenchor, und schulte ihn im Singen aus innerem Verstehen und im Hören aufeinander: Mark Casey. Der Wahl-Vorarlberger und Organist muss aus familiären Gründen unerwartet zurück nach England und die Leitung des Altacher Chors zurücklegen.
Dank Caseys Probenarbeit erfuhr die Gottesdienstgemeinde Musik als doppeltes Gebet, wenn der Chor sich einbrachte. Ob bei der vom ORF übertragenen „Missa tertia“ von Bardos (Kirchenmusiker an der Matthiaskirche in Budapest während der kommunistischen Ära), ob bei Mozart (bei der wegen ihres Überschwangs so genannten Spatzenmesse), bei Gounods „Messe brève“ mit ihrem „O salutaris hostia“ oder bei Perlen englischer Kirchenmusik - für SängerInnen wie für Hörende kamen Melodien und Harmonien wie aus der Quelle, ohne Routine und ohne Überforderung.
Entsprechend schwer fiel der Abschied von Casey bei der Jahreshauptversammlung des Chors am 3. Juli, an der auch Bürgermeister Markus Giesinger und Gemeindeleiterin Heidi Liegel teilnahmen. Moores Vertonung von „An Irish Blessing“ erklang, Obfrau Germana Marte hielt einen anschaulichen Jahresrückblick. Glück im Unglück: Die Vorgängerin des Dirigenten, Anita-Flurina Ströhle, kann und wird die Chorleitung wieder übernehmen.
Bei der Versammlung wurde ein neuer Chorvorstand gewählt: Elisabeth Fritsch und Stefan Flatz teilen sich in Hinkunft die Obmannmann- bzw. frauschaft. Der seit mehr als 150 Jahren singende Altacher Kirchenchor, derzeit 32 Aktive umfassend, ist bereit für den Neustart im Herbst.